Zypern 14 Tage Rundreise: Tag für Tag Route durch Süden, Norden und Troodos – mit Standorten, Mietwagen-Tipps, Tauchen, Segeln, Badebuchten und Antike.

Zypern 14 Tage Rundreise: Die ganze Insel in vier Etappen

Zwei Wochen reichen, um Zypern vom Mittelmeerstrand bis ins Troodos-Gebirge und von Larnaka bis nach Kyrenia ohne Hektik zu erleben. Diese Zypern 14 Tage Rundreise verteilt sich auf vier Standorte – Larnaka/Ayia Napa, Nikosia/Kyrenia, Troodos und Paphos – und kombiniert bewusst Süden und Norden, was die meisten Pauschalangebote gar nicht erst versuchen.

Wer nur eine Woche hat, muss sich entscheiden: Küste oder Berge, Süden oder Norden. Bei zwei Wochen fällt diese Entscheidung weg. Realistisch gesehen braucht man für den Umweg über den Norden allerdings etwas Toleranz für Grenzkontrollen und für Straßen, die streckenweise deutlich schlechter sind als im Süden. Wer das nicht will, kann die Nord-Etappe streichen und die gewonnene Zeit in Paphos oder Troodos verlängern – beides funktioniert ebenso gut als reine Südroute.

Tag 1–3: Larnaka und Ayia Napa

Larnaka eignet sich als Startpunkt besser als Paphos oder Limassol, weil der internationale Flughafen direkt vor der Stadt liegt und die Mietwagenstationen dort günstiger kalkulieren als am kleineren Flughafen Paphos. Drei Tage für diese erste Etappe sind kein Luxus, sondern Pflicht – nach einem Langstreckenflug will niemand am ersten Tag schon drei Stunden Auto fahren.

Tag 1: Ankunft und Altstadt von Larnaka

Vormittags Ankunft und Mietwagenübernahme, nachmittags Eingewöhnung in der Altstadt. Die Finikoudes-Promenade mit ihren Palmen ist touristisch, aber ein angenehmer erster Spaziergang nach dem Flug. Sehenswerter ist die Agios-Lazaros-Kirche aus dem 9. Jahrhundert mit ihrer Krypta – zehn Minuten zu Fuß von der Promenade. Abends empfiehlt sich ein Taverna-Essen in der Altstadt statt am Hafen, wo die Preise für Touristen kalkuliert sind. Wer noch Energie hat, fährt die 20 Minuten zur Salzsee-Moschee Hala Sultan Tekke, die bei Sonnenuntergang am Salzsee besonders gut aussieht, sofern der See nicht gerade trockengefallen ist (meist von Mai bis Oktober).

Tag 2–3: Badebuchten und Meeresküste bei Ayia Napa

Von Larnaka sind es rund 45 Minuten nach Ayia Napa. Dort warten die besten Buchten der Insel: Nissi Beach ist der bekannteste, aber ab Juni mittags überfüllt – wer ruhiger baden will, fährt früh morgens hin oder weicht auf die Konnos Bay am Kap Greko aus, die deutlich weniger Betrieb hat. Der Kap-Greko-Nationalpark bietet zwei bis drei Stunden Küstenwanderung mit Blick auf die Blue Lagoon. Für den zweiten Tag lohnt sich eine gebuchte Bootstour entlang der Steilküste – viele Anbieter kombinieren Schnorchelstopps mit der Durchfahrt an den Felsformationen, die vom Land aus nicht zugänglich sind. Bei schlechtem Wetter bleibt als Alternative das Thalassa-Museum in Ayia Napa mit einer Nachbildung eines antiken Schiffswracks.

Tag 4–7: Nikosia, Kyrenia und der Norden

Dies ist der Teil der Route, den die meisten Zypern-Urlauber auslassen – und genau deshalb lohnt er sich. Eine Zypern Rundreise Nord und Süd unterscheidet sich spürbar von reinen Südrouten: andere Sprache auf den Schildern, andere Währung (türkische Lira neben Euro-Preisschildern), andere Verkehrsdichte. Vier Tage sind knapp bemessen, aber machbar, wenn man die Fahrzeiten realistisch einplant.

Grenzübergang und geteilte Hauptstadt Nikosia

Von Ayia Napa nach Nikosia sind es etwa 1,5 Stunden. In Nikosia lohnt sich ein ganzer Tag: die venezianischen Mauern, die Laïki-Geitonia-Altstadt im Süden und dann der Fußgang über die Ledra-Straße in den türkisch kontrollierten Norden. Der Grenzübergang ist für die meisten Nationalitäten mit Reisepass oder EU-Ausweis problemlos, aber Mietwagen aus dem Süden dürfen offiziell nicht ohne Zusatzversicherung über die Grenze gefahren werden – das sollte man vor Abreise beim Vermieter klären, nicht erst am Checkpoint. Zu Fuß ist der Übertritt unkompliziert und dauert meist nur wenige Minuten. Im Norden zeigt sich die Selimiye-Moschee, die ehemalige gotische Kathedrale, als eines der eindrücklichsten Gebäude der ganzen Insel.

Kyrenia, St. Hilarion und Küstenstraße

Von Nikosia nach Kyrenia (türkisch: Girne) sind es rund 45 Minuten über die Bergstraße. Der venezianische Hafen von Kyrenia mit der Burg ist der Grund, warum diese Stadt auf jeder Nordzypern-Route steht – abends an einem der Hafenrestaurants zu sitzen, während die Lichter der Burg sich im Wasser spiegeln, ist einer der Höhepunkte der gesamten Reise. Für den nächsten Tag steht St. Hilarion auf dem Programm: die Burgruine liegt in den Bergen oberhalb der Stadt, die Fahrt dauert etwa 20 Minuten, der Aufstieg zu den oberen Mauern nochmal 30 bis 40 Minuten zu Fuß, mit Blick bis zur türkischen Küste an klaren Tagen. Wer Zeit hat, fährt weiter zur Abtei Bellapais, 15 Minuten östlich. Bei Regen oder zu heißem Wetter bleibt als Alternative ein Bummel durch die Basare von Kyrenia oder Nikosia.

Tag 8–10: Troodos-Gebirge und Bergkirchen

Zurück über den Grenzübergang und weiter ins Troodos-Gebirge – die Fahrt von Kyrenia bis in die Bergdörfer um Kakopetria dauert etwa 2,5 Stunden. Dieser Teil der Route ist der größte Kontrast zum Rest der Insel: kühlere Temperaturen (im Sommer oft 8–10 Grad weniger als an der Küste), schmale Bergstraßen, Zedern- und Kiefernwälder statt Strand.

Kykkos-Kloster und Bergdörfer

Das Kloster Kykkos ist das wichtigste orthodoxe Kloster Zyperns und liegt etwa eine Stunde westlich der zentralen Bergdörfer. Die Innenausstattung mit Mosaiken und Goldverzierungen lohnt den Umweg, auch wenn der Souvenirbetrieb am Eingang etwas aufdringlich ist. In der Nähe liegt das Grab von Erzbischof Makarios III. auf dem Thronos-Hügel mit Panoramablick. Die Bergdörfer Omodos und Lefkara sind für je einen halben Tag reizvoll – Lefkara ist bekannt für Spitzenhandwerk, Omodos für lokalen Wein und ein gut erhaltenes Dorfzentrum mit Kloster.

Wanderwege und Weinorte

Rund um Platres gibt es gut ausgeschilderte Wanderwege, etwa zum Wasserfall Caledonia (ca. 45 Minuten einfache Strecke, leichter Anstieg) oder zum Artemis-Trail um den Olympos-Gipfel (rund 7 km, überwiegend eben). Die Weinregion rund um Omodos und Vouni gehört zu den höchstgelegenen Anbaugebieten Europas; viele kleine Kellereien bieten Verkostungen ohne Voranmeldung an, auch wenn Qualität und Auswahl stark variieren – wer anspruchsvolle Weine erwartet, wird von den meisten einfachen Dorfweingütern eher enttäuscht sein. Bei Nebel oder Regen in den Bergen (im Winter nicht selten) sind die Klöster und Museen in den Dörfern die bessere Alternative zu den Wanderwegen.

Tag 11–14: Paphos und Akamas-Halbinsel

Von den Bergdörfern nach Paphos sind es etwa 1,5 Stunden bergab zur Küste. Diese letzte Etappe verbindet die dichteste Ansammlung antiker Stätten der Insel mit der wildesten Küstenlandschaft im Westen.

Archäologischer Park und Königsgräber

Der Archäologische Park von Paphos ist UNESCO-Weltkulturerbe und zeigt römische Mosaikböden von bemerkenswerter Erhaltung – für den Rundgang sollte man zwei bis drei Stunden einplanen, am besten früh morgens wegen der Hitze und der Reisegruppen. Die Königsgräber nördlich der Stadt sind trotz des Namens keine Königsgräber, sondern Gräber wohlhabender Bürger aus hellenistischer und römischer Zeit, in Fels gehauen – der Besuch dauert etwa eine Stunde. Wer antike Stätten mag, sollte das auf keinen Fall mit Kourion bei Limassol verwechseln; wer Zeit hat, baut einen Abstecher dorthin ein, bevor man weiter nach Paphos fährt.

Akamas-Halbinsel und Abreise

Die Akamas-Halbinsel liegt etwa 30–40 Minuten nördlich von Paphos und ist der naturbelassenste Küstenabschnitt der Insel – kein Vergleich zu den bebauten Küsten um Ayia Napa oder Limassol. Die Blue Lagoon ist das bekannteste Ziel, am besten per Bootstour erreichbar, da die Fahrt über die Schotterpiste mit normalen Mietwagen nicht gestattet ist und viele Vermieter das im Vertrag ausschließen. Für den letzten vollen Tag bietet sich eine Wanderung auf dem Aphrodite-Trail an (rund 7,5 km, mittlere Schwierigkeit) oder ein ruhiger Tag an einer der Badebuchten bei Lara Beach, wo auch Meeresschildkröten nisten. Der Flughafen Paphos liegt nur 15 Minuten südlich der Stadt – praktisch für die Rückgabe des Mietwagens am letzten Tag.

Fortbewegung und beste Standorte für die Route

Diese Zypern Route Nordzypern Süden funktioniert nur mit eigenem Fahrzeug vernünftig. Öffentliche Busse verbinden zwar die großen Städte im Süden, aber zwischen Troodos-Dörfern, Küstenbuchten und dem Norden gibt es praktisch keine durchgehenden Verbindungen.

Die vier Standorte der Route lassen sich mit Fahrzeiten von 45 Minuten bis maximal 2,5 Stunden verbinden, der Grenzübergang in den Norden sollte vorab geprüft werden.

Zypern 14 Tage Rundreise: Etappen, Highlights und Fahrzeiten im Überblick

Etappe Standort Highlight Fahrzeit zur nächsten Etappe
Tag 1–3 Larnaka / Ayia Napa Altstadt, Kap-Greko-Küste, Nissi Beach ca. 1,5 Std. nach Nikosia
Tag 4–5 Nikosia Geteilte Hauptstadt, Grenzübergang, Selimiye-Moschee ca. 45 Min. nach Kyrenia
Tag 6–7 Kyrenia (Norden) Hafen, St. Hilarion, Bellapais ca. 2,5 Std. ins Troodos
Tag 8–10 Troodos-Gebirge Kykkos-Kloster, Omodos, Wanderwege ca. 1,5 Std. nach Paphos
Tag 11–14 Paphos / Akamas Archäologischer Park, Königsgräber, Blue Lagoon Rückgabe Mietwagen am Flughafen Paphos

Fahrzeiten sind grobe Richtwerte ohne Stau oder Grenzwartezeit; Regeln für Mietwagen über den Grenzübergang nach Norden vorab beim Vermieter prüfen.

Mietwagen, Linksverkehr und Fahrzeiten

Auf Zypern herrscht Linksverkehr – eine Umstellung für die meisten Kontinentaleuropäer, aber nach ein, zwei Stunden auf ruhigeren Straßen meist kein großes Problem mehr. Für eine Zypern Rundreise Selbstfahrer empfiehlt sich ein Mittelklassewagen mit etwas Bodenfreiheit, da manche Bergstraßen im Troodos und Schotterpisten im Akamas-Gebiet sonst unangenehm werden. Wichtig: Nicht jeder Mietwagenvertrag erlaubt die Fahrt in den Norden, und auch dort gilt meist eine separate Kurzzeitversicherung, die man direkt am Grenzübergang kaufen kann. Die Gesamtfahrstrecke der 14-tägigen Route liegt bei etwa 500–600 km, verteilt auf einzelne Etappen von 45 Minuten bis maximal 2,5 Stunden – überschaubar im Vergleich zu einer Rundreise auf Kreta oder Sizilien, wo Distanzen und Straßenqualität deutlich mehr Zeit kosten.

Unterkunftslagen und Wechsel zwischen Süd und Nord

Vier Standortwechsel in vierzehn Tagen sind ein guter Kompromiss zwischen Sehen-Wollen und Ankommen-Können. Wer öfter umzieht, verliert zu viel Zeit mit Kofferpacken; wer nur zwei Standorte wählt, verpasst entweder Norden oder Troodos. In Larnaka und Paphos liegen gute Unterkünfte meist in Strandnähe, in Kyrenia direkt am Hafen oder leicht erhöht mit Meerblick, in den Troodos-Bergen eher in kleinen Gästehäusern in Platres oder Kakopetria statt in größeren Hotels, die es dort kaum gibt.

Optionale Erlebnisse: Tauchen, Segeln, Wandern

Zypern ist nicht Malta oder Rhodos, wo Massentourismus den Wassersport dominiert – die Infrastruktur ist kleinteiliger, aber dafür oft persönlicher organisiert.

Wassersport an der Küste

Für Taucher ist das Wrack der Zenobia bei Larnaka einer der bekanntesten Tauchplätze im Mittelmeerraum – das 1980 gesunkene Fährschiff liegt in 16 bis 42 Metern Tiefe und ist auch für erfahrene Hobbytaucher mit entsprechendem Brevet geeignet, nicht für Anfänger im ersten Tauchgang. Rund um Ayia Napa und Protaras gibt es zudem gute Schnorchelspots in flacheren Buchten. Kitesurfer und Windsurfer finden an der Küste bei Pissouri und im Bereich Akrotiri bei Limassol verlässlichen Wind, vor allem im Frühsommer und Herbst. Segeltouren werden meist ab Larnaka Marina oder Limassol Marina angeboten, von Halbtagestouren bis zu Mehrtagescharter.

Geführte Touren und Selbstfahrer-Alternative

Wer sich den Grenzübergang in den Norden oder die Bergstraßen im Troodos nicht selbst zutraut, kann einzelne Etappen durch geführte Tagestouren ersetzen – etwa eine Tagestour von Larnaka oder Ayia Napa nach Nikosia und in den Norden, oder eine geführte Wein- und Klostertour durch die Troodos-Berge. Das kostet Flexibilität, spart aber Stress. Für Familien mit Kindern unter zehn Jahren ist das oft die bessere Wahl als die komplette Selbstfahrer-Route, weil die langen Bergetappen für kleine Kinder ermüdend werden. Vor der Buchung lohnt sich ein Vergleich der aktuellen Touren und Preise für Boots-, Tauch- und Tagesausflüge, da sich Angebot und Saisonzeiten unterscheiden.